Multitalent H2O

Freitag, 15. Januar 2016 06:26

Wasser Marsch!

Es waren die alten Griechen, die als erste duschten. Doch wie so vieles, was sie sich ausgedacht hatten, ging auch das vergessen. Erst im 16. Jahrhundert fand sich jemand, der Wasser von oben als Segen sah: Jean Pidoux, Leibarzt des französischen Königs. Er pries die Dusche gar als Heilanwendung, was seine Berufskollegen empörte, denn die betrachteten Wasser als heimtückischen Krankheitsüberträger. Es brauchte   schliesslich die Militärs, damit die Dusche populär wurde, denn 1860 entdeckte die französische Armee deren bestechenden Vorteil: sehr viele saubere Männer in sehr kurzer Zeit. Somit zogen die Soldaten blitzsauber aufs Feld und kündigten sich dem Feind nicht schon frühzeitig mittels üblen Körpergerüchen an...

Süsser Steilflug

Seit den Apollo-Flügen der NASA und der ersten Mondladung im Jahr 1969 hat auch die Schweiz ihre eigene Rakete. Diese wird in der beeindruckend hohen Anzahl von zwölf Millionen Mal jährlich in Rorschach am Bodensee gezündet, pardon, produziert, und fliegt zuweilen gar ins Ausland, verglüht aber vorwiegend zwischen Mai und August in bodennaher Schweizer Atmosphäre, nämlich dann, wenn es hier besonders warm ist. Das Glacé mit dem Geschmack nach Orange und Ananas und der kleinen Schokoladenkappe ist seit dem Jungfernflug vom Sommer 69 für unsereins übrigens drei Mal teurer geworden, aber damit noch immer preiswerter als Flüge mit einer Sojus-Rakete ins All, die zwischen 25 und 150 Millionen US-Dollar kosten.

Schwarz erfrischt

Frische hat viele Namen, und dass man Frische trinken kann, haben sich amerikanische Köpfe ausgedacht. Dr. Pepper hiess die erste Cola, danach entstanden weltweit zahllose Brausen diverser Aromen, 1905 zum Beispiel die Bilz-Brause in der Schweiz, unglücklich benannt nach ihrem Schöpfer. Zwei Jahre später wurde sie deshalb zu SINALCO, einer Kurzfassung aus dem Lateinischen «sine alcohole», was «ohne Alkohol» bedeutet. Als erste Schweizer Cola kam 1938 das Eglisauer Vivi-Kola auf den Markt, 2009 folgte Sinalco Cola und ergänzt die bunte internationale Palette der schwarzen Brause, die so fantasievolle Namen tragen wie: Polo Cola, Peace-Cola, Cola-Cola, Bubba Cola, Campa-Cola, Disco-Cola, Corsica Cola, Dolly Cola ....

Gesund und billig

Ganz ehrlich: Nichts auf der Welt erfrischt so sehr wie normales, sauberes Wasser. Die Tessiner stufen es gar besser ein als Mineralwasser aus dem Supermarkt, wie eine Untersuchung ergab. Häufigste Hahnenburger-Trinker sind die Deutschschweizer, und insgesamt bezeichnen mehr Frauen als Männer und mehr Landbewohner als Städter reines Wasser als gesündesten Durstlöscher. Preiswert ist es dazu auch noch: im Durchschnitt kostet ein Liter Trinkwasser ins Haus geliefert gerade mal 0.17 Rappen. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt: Bis das erfrischendes Trinkwasser bei uns aus dem Hahn fliesst, braucht es 1'000 Mal weniger Energie als Mineralwasser, das in der Flasche auf den Tisch kommt.

Regelmässig erschienen Kolumne in BKW-Kundenmagazin «Energy Forum»