Vierzehn Erzählungen zeichnen in poetischer und lebendiger Sprache, mitunter auch mit skurrilem Witz, ein vielschichtiges Panorama weiblicher Lebenswelten. Die Protagonistinnen sind Frauen, die mit Desillusionierungen und (Selbst-)Täuschungen zu kämpfen haben: Lieblose Ehemänner, Gewalterfahrungen oder der einengende Alltag als Hausfrau entfachen in ihnen den Wunsch nach etwas anderem.
Ein Erzählband, der sich ums Scheitern vordergründig moderner, bei näherem Hinsehen gar nicht so moderner Lebensentwürfe dreht, und dabei viel Sympathie für die lose miteinander verbunden Frauenfiguren weckt.
Tina Uhlmann, SDA
Das Buch ist nicht nur gut, sondern wirklich gut. Die Geschichten haben Protagonisten, denen man begegnet zu sein glaubt, und manche zu Sprachbildern gewordene Beobachtungen (der Güllenwagen mit Durchfall, die Ähnlichkeit zwischen Teebeutel und Tampon) sind so präzis und neu, dass man fast ein bisschen neidisch werden könnte.
Charles Lewinsky, Autor
Sybil Schreiber beschreibt das Gefühlsleben der Frauen in einer poetischen wie konzisen Sprache. Mal ist sie sehr direkt, mal voller Humor. Die deutsch-schweizerische Autorin beflügelt nicht nur die Fantasie ihrer Protagonistinnen, sondern auch die der Leser, indem sie manche Handlungen bloss andeutet, ohne ihren Verlauf im Detail auszuerzählen.
Bisweilen genügt nur ein Wort, um eine Gefühlslage, ja eine ganze Lebensphase auszudrücken. In der Figurierung steckt sehr viel psychologisches Feingefühl, mit dem Schreiber vertraute Charaktere auftreten lässt, in die man sich gut hineinversetzen kann. In ihnen spiegelt sich der Zeitgeist: Eine Sehnsucht nach Erfüllung, die ziellos mäandert, ohne zum Versiegen zu kommen.
Eugen Zentner, Schweizer Monat
Die in diesem Band versammelten Erzählungen gehören zu den besten, die ich seit langer Zeit gelesen habe. Sie sind wundervoll, lustig, anrührend und einfach großartig. Ich mag es, wenn gute Short Storys für sich stehen, mit einer Verwirrung aufhören und mich verblüfft stehenlassen, genauso mag ich es aber auch, wenn ich in einem Buch mit Kurzgeschichten immer mal wieder zu den Figuren zurückkehren und erfahren darf, was weiter mit ihnen geschieht – das ist hier teilweise der Fall, und die subtile Verstrickung ist absolut gelungen. Es ist eines dieser Bücher, das so nah an den Frauen bleibt, dass ich mehrmals gedacht habe: Danke dafür. Danke, dass das geschrieben und verlegt wurde, denn das sind exakt die weiblichen Storys, die sonst so oft fehlen. Ich war begeistert, weil ich so einen Spaß beim Lesen hatte, oft geschmunzelt habe und die Geschichten auf angenehmste Weise nett, aber auch herrlich ironisch fand. Etwas Sarkastisches blitzt immer durch, und sprachlich sind sie fein ausbalanciert. Ich möchte jetzt auch unbedingt Sybil Schreibers ersten Erzählband „Sophie hat die Gruppe verlassen“ lesen und hoffe, er ist genauso gut. Große Empfehlung meinerseits!
Mareike Fallwickl, Autorin
Geschwätzigkeit ist ihr fremd, und ich kann damit leben, dass wenig Hoffung aufscheint. Mir gefällt diese Unerbittlichkeit. Denn bei aller Schwermut erkennt man auch Fluchtwege, und vor allem wird einem bewusst: Das Schlimmste ist verharren. Sein Leben ändern kann man nicht an andere delegieren.
Luzia Stettler, www.buchmensch.ch
Ein Prosadebut voller Feingefühl und sprachlichem Geschick – Sybil lässt ihre Leserinnen und Leser mithoffen und mitsuchen, sie zeichnet gekonnt mit wenigen präzisen Bildern ausgereifte Charaktere und Szenen.
Gleich im Prolog macht Sybil Schreiber klar, dass sie sich auf komisch-makabre Pointen versteht. In ihrem Erzähldebüt platziert sie nun präzise, leise sich ankündigende Tiefschläge.
Luzerner Zeitung
Die Charaktere, die Schreiber zum Leben erweckt, zeichnet sie mit ihrer klaren Sprache so präzis, dass sie vor dem geistigen Auge des Lesers lebendig werden. Alle Protagonisten verbindet ihre menschliche Sehnsucht nach persˆnlichem Glück und ihre Einsamkeit, die auch etwas Kraftvolles in sich hat.
Aargauer Zeitung
Sprachlich stark, aufs Wichtigste eingedampft, teil absurd, manchmal zynisch – und absolut erheiternd.
Coopzeitung
Ich habe mich so wohl gefühlt in diesen Kurzgeschichten, ja Kurzporträts von Menschen, denn sie wurden mit grosser Empathie geschrieben, mit literarischem Können und wie ich finde, mit einer äusserst schönen, eigenen Sprache. Eine grossartige Autorin lernt man da neu kennen, ein formidables Debüt.
Literatur.ch
Packende Einstiege, rascher Spannungsaufbau und coole Pointen zeichnen ihre Storys aus. Sybil Schreiber verteilt lakonischen Spott und erzählt extrem dicht. Auf sieben Seiten packt sie Stoff für einen ganzen Roman, den man sich im Kopf weiter ausmalt.
St. Galler Tagblatt
Dreizehn überraschende Kurzgeschichten versammelt Sybil Schreiber in diesem Buch. Zwischendurch wird es richtig bitterböse. Aber nicht nur das... Der kleine Prolog, der das Buch mit Wucht beginnen lässt, später mit «Herz schlagen» und einer kotzenden Moderatorin eine Fortsetzung findet, setzt mit der Epiloggeschichte einen starken Punkt.
reingelesen.de
Sybil Schreiber beobachtet in «Sophie hat die Gruppe verlassen» ausnahmslos die Glücklosen, die stillen Randfiguren, denen kein klassisches Happy End winkt. Eigentlich habe sie die Geschichten niemandem zeigen wollen, erzählt Schreiber, doch ihr Mann sei damit einfach zum Verlag spaziert. Diese unterschwellige Bescheidenheit beibehaltend, liest sie mit lebhafter Stimme zwei der Storys vor. Es ist eine warme Stimme, die gern erzählt und ihren (meist einsamen) Protagonisten sehr nahesteht, ohne je die Achtung vor ihnen zu verlieren. All das auf so wenigen Seiten, dass die erzählerische Dichte beeindruckt, aber dennoch unaufdringlich bleibt.
Alexandra Huth, www.leipziglauscht.de