Ein echtes Grossstadtkind, das in den 70er-Jahren in München in einer Altbauwohnung davon träumte, ein Pony auf dem Balkon zu halten. Daraus wurde nichts, ebenso wenig aus ihrem Ziel, Wimbledon zu gewinnen. Dafür hätte sie nämlich mal mit Tennisspielen beginnen sollen. Auch wäre sie nach dem Besuch der Lee Strasberg-Schauspielschule in New York gern mit einem Oscar heimgekehrt, aber sie musste einsehen, dass ihre Talente anderswo lagen. Geplatzte Träume weisen einem aber den Weg und so betrat sie die weite Welt des Schreibens, nomen est schliesslich omen.
Nach Jahren als Moderedakteurin bei «Freundin» und «Annabelle», wechselte sie das Ressort und lernte bei der «Schweizer Familie» nicht nur alle Disziplinen des Journalismus virtuos kennen, sondern auch IHN, zog weiter zum «Tages-Anzeiger», unterrichtete am MAZ, gab Schreibkurse und präsentiert in jüngster Zeit mit ihrem literarischen Büchern «Safranhimmel» und «Sophie hat die Gruppe verlassen» eine ganz neue und unbekannte Schreiber-Seite. Momentan schreibt sie gerade ihren ersten Roman.
Aufgewachsen in einer Fabrik, wo er inmitten von Rundkies- Split-, Hobelspan-, Sägemehl- und Sandhaufen die Welt erklimmen lernte – und die deutsche Sprache dann im Kindergarten, da er bis dahin nur die Sprache der Mutter sprach, Italienisch. Sein englischer Vorname wurde aber auch von da an nicht besser ausgesprochen, zum italienisch gefärbten «Stivänge» kam das Schweizerdeutsche «Schtiiven» hinzu. Duellierte sich in der zweiten Klasse mit einer Berlinerin um den Sieg in der Kategorie: «Wer liest mehr Bücher aus der Schulbibliothek» und erreichte ex-aequo den ersten Rang. Hangelte sich danach mit immer knapp genügenden Noten und gelegentlichem finanziellen Engagement der Eltern für Nachhilfe in Algebra und Geometrie bis zur Matur. Schaffte es fast zum Fussballprofi, erlernte den Beruf des Primarlehrers, wanderte ins Sultanat von Oman aus und wurde dort arbeitslos. Seine Erlebnisse in der Wüste druckten zwei Zeitungen in der Schweiz ab, so wurde er nach der Rückkehr Journalist, zuletzt in der «Schweizer Familie» in Zürich, wo er SIE kennenlernte. Seither ist er begeisterter und fleissiger Bücherschreiber, sagt aber, dass sein Nummer-1-Projekt die Familie bleibt.
Die Chefin des Frauenmagazins «Meyers» fand 1999, das Journalistenpaar mit den beiden Familiennamen Schreiber und Schneider könnte sich doch mal an einer Kolumne versuchen. Die Idee war, diese, wie die meisten Kolumnen, ein, zwei Jahre zu schreiben. Nach dem Wechsel zur «Coopzeitung» geriet der Plan etwas ausser Kontrolle, denn die Zahl der Leserinnen und Leser nahm sprunghaft zu, das Interesse an der Kolumne auch. Bis heute sind es weit über Tausend Kolumnen geworden, dazu kamen nach einigen Jahren Lesungen hinzu, Auftritte, Bücher, Schreibkurse und ein Podcast. Und jetzt? «Schreiber vs. Schneider» ist die erfolgreichste und meistgelesene Kolumne der Schweiz. Was ihnen nicht in den Kopf steigt, sie aber sehr, sehr dankbar sein lässt.